Wir bitten weiterhin alle Mitgliederbetriebe, sich mit dem Vorstand zwecks Gestaltung der eigenen Präsentation in Verbindung zu setzen. |
Vereinsgeschichte
Aus der Geschichte unseres Vereins
Teil 1(zusammengestellt von Helmut Jung und Hermann Schön)
Auf Initiative von August und Wilfridus Jung haben 31 selbständige Handwerker am Drei-Königs-Tag 1931 im Saale Michel Therre unseren Verein gegründet und ihm den Namen:
Verein selbständiger Handwerker Oberthal und Umgebung
gegeben.
Monatlich fanden Treffen zur gegenseitigen Information statt. Von erster Stunde an wurden Aktionen geplant, denn die Gründer waren von der Stärke des gemeinsamen Handelns überzeugt.
Bereits nach zwei Jahren folgten die ersten Großtaten.
Vom 6. - 12. Januar 1933 wurde bei Michel Therre eine große ländliche Handwerkerausstellung durchgeführt und noch im Oktober des gleichen Jahres fand in Oberthal und Gronig ein großer Umzug statt. Das Thema der Werbewoche lautete:
Deine Hand dem Handwerk.
Auch die Geselligkeit kam nicht zu kurz:
1934 startete man zum ersten Vereinsausflug: Ziel war das Werk von V&B in Mettlach. Das Mitglied Josef Bier stellte seinen LKW zur Verfügung, die offene Ladefläche wurde mit Maien geschmückt und Holzbänke dienten als Sitzgelegenheit.
Die bereits erwähnten Aktivitäten der Gründerjahre wurden durch den 2. Weltkrieg jäh unterbrochen. Unsere Heimat wurde französisches Besatzungsgebiet und vorab waren alle Vereine als aufgelöst zu betrachten.
Es war der Bäckermeister Peter Mörsdorf, der sich unermüdlich für die Wiedergründung des Vereins einsetzte.
Am 11. April 1949 war es soweit: 25 selbständige Handwerker aus Oberthal und den Nachbarorten ließen sich als Mitglieder einschreiben. Die Wiedergründung war vollzogen; den Vorstand bildeten Wilfridus Jung, August Jung, Nikolaus Meier, Nikolaus Dewes , Nikl Lieb und Max Schwingel. Auf den Vorschlag von Max Schwingel wurde ein neuer Vereinsname gewählt und zwar:
Verein selbständiger Handwerker "Obere Blies" Oberthal.
Auch die Geselligkeit innerhalb des Vereins wurde wieder aufgenommen. So fand im gleichen Jahr der Ausflug in die Vogesen mit dem Besuch der Straßburger Messe statt. Zwei (!) Tage nur, aber für die meisten der Handwerkerkollegen und ihrer Ehefrauen waren es die ersten Urlaubstage der Nachkriegszeit. Andere Ausflüge folgten, hier eine kleine Auslese:
Mosel, Rhein, Main, Eifel, Schwarzwald, Tulpenblüte in Holland, Weltausstellung in Brüssel usw.
1950 traf man sich im Saale Klos-Therre zum ersten Fastnachts-Familienabend. Er stand unter der gekonnten Leitung von Johann Meisberger, genannt Meier Johann. Er war es auch, der für die nachfolgenden vielgerühmten Handwerkerbälle verantwortlich zeichnete.
Nach Erkrankung von Wilfridus Jung übernahm Peter Mörsdorf ein Jahr lang den Vorsitz, dessen Nachfolger wurde Martin Meisberger.
In dessen zweijährige Amtszeit fiel 1953 die im Saale Ernst Rauber durchgeführte Leistungsschau, die unter dem Motto stand:
Handwerksarbeit - Wertarbeit.
Es war eine Schau, der großes, einhelliges Lob gezollt wurde. Auch den in den Betrieben beschäftigten Gesellen und Lehrlingen wurde dabei Gelegenheit geboten, ihr Können der breiten Öffentlichkeit zu zeigen. Eine Idee, die man vielleicht wieder aufgreifen sollte.
Von 1955 bis 1960 übernahm Wilfridus Jung erneut die Vereinsführung.
1956 feierte man das 25-jährige Bestehen in Form eines Familienabends, wobei der beliebte Ferdi Welter vom Saarl. Rundfunk den unterhaltenden Programmteil gestaltete.
Der bei allen Mitgliedern beliebte und als Allround-Mann geachtete Josef Schön leitete von 1960 bis 1967 die Geschicke des Vereins. Er war ein sehr ideenreicher Vorsitzender. So stellten in den monatlichen Versammlungen die Handwerksmeister rundum in einer Vortragsreihe ihre eigene Berufsarbeit vor.
1961 traf man sich zur 30-Jahr-Feier beim "Pe-Mö", und ähnlich wie bei der 25-Jahr-feier sorgten wieder Stargäste vom Saarl. Rundfunk für gute Stimmung. Diesmal waren es Fritz und Gerti Weißenbach, allen älteren Radiohörern sicherlich aus Allerhand für Stadt und Land in bester Erinnerung.
Umsichtig sorgte Josef Schön dafür, daß die jüngeren Mitglieder Zug um Zug mehr Verantwortung übernahmen, und so konnte 1967 der Generationswechsel an der Vereinsspitze problemlos erfolgen.
Horst Dewes wurde 1. Vorsitzender, P. H. Rein Kassierer und Manfred Rauber Schriftführer.
Der Josefstag 1968 wurde zum großen Ehrentag für Wilfridus Jung: Für sein Engagement bei der Gründung, seine jahrzehntelange Vorstandstätigkeit und seinen achtjährigen Vorsitz wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
In die Amtszeit von Horst Dewes fiel 1971 das 40-jährige Jubiläum, diesmal in größerem Rahmen mit Veranstaltungen über zwei Tage.
Beginnend am Sonntagmorgen mit der Hl. Messe, anschließend Treffen im Saalbau Arnold Therre mit der Podiumsdiskussion zum Thema: Hat der kleine mittelständische Betrieb in der heutigen Zeit noch Überlebenschancen. Diskussionsteilnehmer waren die MdL Winfried Frank und Rudi Recktenwald, Diskussionsleiter Herr Spaniol, seinerzeit Geschäftsführer unserer Kreishandwerkerschaft. Viele Handwerker der umliegenden Orte sowie die Gemeinde- und Berufsschulvertreter hatten sich als Gäste eingefunden.
Abends fand im Saal Rauber eine Tanzveranstaltung mit Tombola statt, und zum Ausklang traf sich die Handwerkerfamilie am folgenden Montag im Cafe Mörsdorf.
Inzwischen gewann der Verein immer stärkeren Einfluß auf das Geschehen im Ort.
So brannten 1971 auf besondere Initiative von Horst Dewes erstmals die einheitlich gestalteten Weihnachtssterne an den Fassaden der Handwerkerbetriebe. Die Gemeinde zog mit, übernahm die verbliebenen Lücken an den zentralen Punkten und so konnte das weihnachtliche Bild stimmungsvoll abgerundet werden.
Wie sehr das Miteinander von Handwerkerverein und Gemeinde sinnvoll zum Wohle der Bürger genutzt werden kann, zeigte sich bei der Diskussion um die Gebiets- und Verwaltungsreform. Mehrfach bezog der Verein unter der Federführung von Martin Meisberger und Hermann Schön zu diesem wichtigen Thema Stellung und unterstützte damit die Arbeit der Bürgerinitiative im Kampf um eine selbständige Gemeinde.
Mit Stolz konnte unser Verein in dieser Phase darauf verweisen, schon sehr früh diese Entwicklung erkannt zu haben: Mit viel Weitblick hatte man bei der Gründung den Namen Oberthal mit Umgebung ergänzt und bei der Wiedergründung 1949 den Namen Obere Blies gewählt.
Nach 7-jähriger Amtszeit von Horst Dewes fand in der Generalversammlung 1974 an der Vereinsspitze ein Rollentausch statt. Der langjährige Schriftführer Manfred Rauber übernahm für ein Jahr den Vorsitz, Horst Dewes wurde Schriftführer.
1975 folgte Helmut Jung auf der Position des 1. Vorsitzenden. Durch Gastreferate zu den verschiedensten Sachthemen gewannen die Monatsversammlungen weiter an Attraktivität und auch das gesellige Beisammensein wurde aktiviert.
So wurden Kegel- und Filmabende in die ansonsten versammlungsfreie Sommerzeit eingeschoben und Nikolausfeier, Theaterbesuch oder sonstige Treffen organisiert. Diese sicherlich schönen Familientage machten allerdings den traditionellen Josefsfahrten keine Konkurrenz. Diese haben den Mitgliedern so ziemlich alles gezeigt, was für Selbständige interessant und im Rahmen einer Tagestour besuchsmöglich war: Saarl.Landtag, Neunkircher Eisenwerk, Ford-Werke, SZ, Saarl.Rundfunk, Glockengießerei, Reifenfabrik, Schuhfabrik, Sektkellerei, Maginot-Linie, ZDF, Blies-Mühle, Kupferbergwerk, und, und, und natürlich auch sämtliche Brauereien im erreichbaren Umkreis.
Ganz wichtig in diesem Zusammenhang:
Nach sehr lebhafter Diskussion dürfen seit dem Beschluß aus der JHV 1989 auch die Frauen der Mitglieder mit. Eigentlich haben sie sich diese hohe Auszeichnung schon lange verdient, doch Traditionen kippt man halt nicht so schnell und eine mit dieser Tragweite erst recht nicht.
Ab 1979 stand der Verein unter der Führung von Klaus Byszio. In seine Amtszeit fiel 1981 das 50-jährige Jubiläum, auch damals bereits unter der Schirmherrschaft von HWK-Präsident Winfried Frank.
Am Samstag Totenehrung mit Kranzniederlegung auf dem Friedhof, Feier der Hl. Messe und anschließend Große Jubiläumsfeier im Saalbau Arnold Therre.
Am Sonntag im Gasthaus Ernst Rauber ein Handwerkspolitischer Frühschoppen, das waren die Schwerpunkte dieser Jubiläumsveranstaltung.
Neben dem Vorsitzenden Klaus Byszio hatten sich Horst Dewes, Hermann Schön, Kurt Burkholz und Martin Meisberger besonders engagiert, allen voran aber der seinerzeitige 2. Vorsitzende Helmut Jung.
1985 ließ der Verein durch den Oberthaler Hobbykünstler Werner Federkeil die Handwerkerwappen der im Verein vertretenen Handwerksberufe in Holz schnitzen. Im feierlichen Rahmen erfolgte die Übergabe an die Gemeinde mit Anbringung im Großen Saal des Oberthaler Rathauses.
1986 gab Klaus Byszio nach 7-jähriger Amtszeit den Vorsitz ab, sein Nachfolger wurde Hermann Schön.
Elf Jahre leitete Hermann Schön die Geschicke des Vereines. In seine Amtszeit fiel das 60-jährige Vereinsjubiläum und zwei überaus erfolgreiche Leistungsschauen in der Bliestalhalle. Diese hatten, wenn man den Zeitungen glauben kann, einen professionellen Messecharakter.
In Anerkennung seiner Verdienste wurde Hermann Schön, nachdem er den Vorsitz an Karl-Hans Massar abgab, zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Seit 1997 leitet Karl-Hans Massar den Verein.

